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Kimiko Ishizakas Aufnahme kann künstlerisch mit den besten Einspielungen auf modernem Konzertflügel mithalten

Reviewed by Sal Pichireddu on July 23, 2012.

"Im Falle der vorliegenden Einspielung von Kimiko Ishizaka handelt es sich aber nicht nur um eine kostenlose, sondern auch um eine künstlerisch äußerst gelungene Einspielung. Wer lediglich die Fassung von Glenn Gould kennt, der wird sich erst einmal bei dieser Einspielung wundern: Kimiko Ishizaka nimmt sich gemeinhin deutlich mehr Zeit als Gould. Während Gould den kontrapunktischen Aufbau als Ganzes darstellen wollte (und, bei allem Respekt, auch seinen spielerischen Manierismus), betont sie die feine, kanonisch aufgebauten Verästelungen innerhalb der einzelnen Sätze. Ihr Spiel ist sauber und wirkt selbst in den schnellen Passagen nicht überhastet. Insgesamt hat man den Eindruck, dass sie sehr viel Sorgfalt in jede einzelne Variation gelegt hat. Ich würde sogar so weit gehen, es eine sehr barocke Einspielung (im Sinne historischer Aufführungspraxis) zu nennen: Obwohl sie auf einem modernen Konzertflügel (und nicht auf einem Cembalo) eingespielt wurde, vermeidet Kimiko Ishizaka Modernismen und interpretatorische Freiheiten.
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Der Klang der Aufnahme ist übrigens schlichtweg fantastisch und geht weit über das Niveau hinaus, das man von kostenlosen Aufnahmen üblicherweise kennt, im Gegenteil: Der klare, saubere und warme Sound der Aufnahme kann sich mit so manch kommerzieller Aufnahme messen. Da die Open Goldbergs auch in verlustfreien Audioformaten (FLAC, WAV) vorliegen, muss man auch keine audiophilen Klangeinbußen durch Audiokomprimierung fürchten."